Museumsverband Hamburg

Ein Hauch von Ewigkeit

Bis 10. August 2010

Das Museum für Völkerkunde Hamburg besitzt eine reiche Sammlung altägyptischer Objekte, die ab 1903 bis etwa zur Mitte des vergangenen Jahrhunderts in den Besitz des Museums gelangt sind.

Die Sammlung ermöglicht dem Museum heute eine umfang- und facettenreiche Dokumentation der altägyptischen Kultur. Sie wurde einst sorgfältig und in sich geschlossen unter dem Gesichtspunkt kulturvergleichender Arbeit zusammengestellt.
Die Bedeutung der altägyptischen Kultur beruht nicht zuletzt auf der geographischen Lage Ägyptens, durch die sie eine Verbindung zwischen dem afrikanischen Kontinent, Vorderasien und Europa darstellt. Die altägyptische Sammlung trägt so grundlegend zum Verständnis anderer völkerkundlicher Sammlungen des Museums bei, insbesondere jener mit Objekten des übrigen afrikanischen Kontinents und aus dem Vorderen Orient.

Neben Kunstobjekten ist insbesondere die völkerkundlich interessante Alltagskultur von vorgeschichtlicher Zeit (vor ca. 3100 v. Chr.) bis in die römische Epoche (ca. 400 n. Chr.) vertreten. Trotz großer Kriegsverluste umfasst die Sammlung noch stattliche 500 Objekte, darunter eine hohe Zahl an Großobjekten wie Mumienhüllen und Mumien von hoher Qualität.

Neuaufbau der Ausstellung
Der Neuaufbau der Ausstellung „Ein Hauch von Ewigkeit“ birgt viele Möglichkeiten. Die Ausstellungsfläche von 1976 wurde fast verdoppelt. Dass jetzt nahezu alle Objekte der Sammlung gezeigt werden können, ist vor allem dem Vermächtnis von Gertrud Hogrefe zu verdanken.

Die räumliche Verteilung auf ein Ober- und Untergeschoss ermöglicht auch eine inhaltliche Trennung: Die altägyptische Vorstellung von einer diesseitigen „Alltagswelt“ und einer jenseitigen „Unterwelt“. Im Obergeschoss werden verschiedene Handwerke vorstellt. Dazu gehören handgeformte Gefäße der ägyptischen Frühzeit sowie eines der äußerst seltenen, kunstvoll gearbeiteten Glasgefäße aus dem Neuen Reich (ca. 1400 v.Chr.), das zu den besonderen Schätzen der altägyptischen Sammlung gehört. Daneben sind Beispiele für die Reliefkunst in Gräbern und Tempeln zu sehen, die überwiegend durch Ausgrabungen der Deutschen Orient Gesellschaft an den Pyramiden von Abusir/Ägypten an das Museum gekommen sind. Darunter Reliefs aus königlichen Totentempeln von Pharaonen aus dem Alten Reich.

Der Übergang in die jenseitige Welt ist mit zahlreichen Exponaten ausgestattet, die die Arbeit der Balsamierer illustriert. Diese bereiten den Leichnam eines Verstorbenen für sein jenseitiges Leben vor. Die Ausstellungsfläche im Erdgeschoss stellt die Bestattungskultur und die mit ihr verbundenen Vorstellungen von Jenseits- und Totenglauben in den Mittelpunkt. In diesem Kontext werden verschiedene Sargtypen und Grabbeigaben gezeigt. U. a. sind hier auch die Mumie und Mumienhülle des Amunpriesters Chonsu-maa-cheru zu sehen, die 1903 als Geschenk von Dr. Martin Rücker Jenisch in die Sammlung gelangt sind.

Den Abschluss der Ausstellung bilden Exponate, die von einer regen Reisetätigkeit und einer wahren Ägyptomanie im 19. und frühen 20. Jahrhundert zeugen: Eine Auswahl von „echten“ Stücken, die doch nur gut gearbeitete Fälschungen sind.

Die ägyptische Sammlung mit ihrer thematischen Vielfalt ermöglicht es dem Besucher, sich der altägyptischen Kultur auf unterschiedliche Weise zu nähern. Dabei lädt der Ausstellungsort im Museum für Völkerkunde zur kulturübergreifenden Betrachtung ein.

Museum für Völkerkunde Hamburg

Die Informationen sind mit größter Sorgfalt zusammengestellt, trotzdem können wir keine Garantie für ihre Richtigkeit übernehmen. Bitte beachten Sie außerdem, dass viele Museen nicht täglich und/oder nicht ganztägig geöffnet sind. Bitte nutzen Sie die angegebenen Kontaktmöglichkeiten zur Planung Ihres Besuchs.

URL (Adresse) dieser Seite: http://www.m-server.de/mih/veranstaltungen/voelkerkunde-ein-hauch-von-ewigkeit-aegypten.php