Schätze der Anden
ab 12. November, dienstags bis sonntags 10 – 18 Uhr, donnerstags bis 21 Uhr
ie neue Dauerausstellung in den eigens eingerichteten Schatzkammern zeigt Gold, den strahlenden Schatz des Sonnengottes, im Verbund mit weiteren hochgeschätzten Materialien. Von Silber, dem Attribut der Mondgöttin, über Bronze, edle Schmucksteine und Federn bis hin zur wertvollen Spondylus-Muschel, dem roten Schatz aus dem Meer, reichen die Kostbarkeiten.
Rund 500 Kunstwerke und wertvolle Materialien aus der Zeit von ca. 200 v. Chr. bis in die späte Kolonialzeit des 18. Jahrhunderts sind in den beiden Schatzkammern zu bestaunen.
Gold, aber auch Silber, Bronze, Schmucksteine, Federn und Muscheln waren von großer Bedeutung in den alten Andenkulturen. Als Auftakt zur zweiteiligen Ausstellung Schätze der Anden eröffnet das Museum für Völkerkunde Hamburg seine neuen Schatzkammern. Auf ca. 40 m² sind rund 500 Kunstwerke aus dem Andenraum aus der Zeit von ca. 200 v. Chr. bis ins 18. Jahrhundert zu sehen. Ihr Herkunftsgebiet erstreckt sich von Peru bis Kolumbien, aber auch das kulturell verwandte Panama und Costa Rica sind vertreten. Die Originalität der vielen Miniaturarbeiten aus wertvollen Materialien kommt in der kabinettartigen Ausstellungsgestaltung besonders zur Geltung.
Höhepunkte
Die alten Kulturen des Andengebiets sind bekannt für ihre vielfältigen Metallbearbeitungstechniken, mit denen sie äußerst qualitätvolle Ergebnisse erzielen konnten. Zu den Höhepunkten der Ausstellung gehören einzigartige Platin-Gold-Objekte aus Ecuador. Sie sind herausragende Beispiele für den hohen technischen Metallverarbeitungsstand der südamerikanischen Ureinwohner, die in einem Sinterung genannten Verfahren auch das hochschmelzende Platin in Legierungen verarbeiten konnten. In Europa wurde erst im 19. Jahrhundert eine Schmelzmethode für Platin entwickelt.
Ein weiterer Höhepunkt ist die herausragende Peru-Sammlung des bedeutenden Amateurforschers Hans H. Brüning. Sie enthält eine Fülle an fein gearbeitetem Goldschmuck, Silbergeräten, Bronzeminiaturen und kleinen Steinskulpturen von der Nordküste Perus.
Materialien und ihre Bedeutung
Die Suche nach Gold war die Antriebskraft der spanischen Eroberer, doch die alten Andenkulturen verwendeten neben Gold eine Vielzahl anderer wertvoller Materialien, von Silber über Federn und Mineralien bis hin zu Muscheln.
Das Ausstellungskonzept beherzigt ganz bewusst den Blickwinkel der alten Andenkulturen. Nicht der heutige materielle Wert der vielfältigen Grabbeigaben und Kostbarkeiten steht im Vordergrund, sondern deren kulturelle Bedeutung aus Sicht der Andenkulturen. Dies war eine ganz besondere Herausforderung an das Ausstellungsteam. Die Herkunft und damit der kulturelle Kontext der meist aus Raubgrabungen stammenden Stücke sind bedauerlicherweise weitgehend ungeklärt. Doch neuere Forschungsergebnisse aus wissenschaftlichen Ausgrabungen geben zunehmend Aufschluss über die symbolische Bedeutung, die die verschiedenen verwendeten Materialien in den vorspanischen Kulturen hatten. Aktuell gewonnene Erkenntnisse bilden die Grundlage für eine neue Interpretation der hier ausgestellten Schätze.
Der Wert, der bestimmten Materialien in den alten Andenkulturen beigemessen wurde, hing nicht zuletzt damit zusammen, wie schwierig diese Materialien zu beschaffen waren. So hatten bunte Federn aus dem Tiefland Amazoniens oder die rote Spondylus-Muschel von den Küsten Ecuadors für die Menschen im Hochland und den Küsten der Anden einen hohen Stellenwert.
Symbolisch-religiöse Bedeutung
Aber auch die symbolisch-religiöse Bedeutung der verwendeten Materialien war entscheidend für den Wert, der ihnen beigemessen wurde. So stehen die Edelmetalle Gold und Silber symbolisch für die Gestirne Sonne und Mond. Im Inkareich galt Gold als Symbol von Inti, dem Sonnengott. Silber hingegen repräsentierte Mama Quilla, die Mondgöttin. Muscheln und Schnecken wurden Mamacocha, der Meeresmutter zugeordnet.
Die Schatzkammern bilden den Auftakt zur Neugestaltung der Altamerika-Dauerausstellungen. Der nächste Abschnitt mit dem Titel „Schätze der Anden – Die Inka-Galerie“ wird am 21. Januar 2007 eröffnet.
Kosten: Erwachsene EUR 7,- Ermäßigt EUR 3,50 Familienkarte EUR 10,-
Museum für Völkerkunde Hamburg
Die Informationen sind mit größter Sorgfalt zusammengestellt, trotzdem können wir keine Garantie für ihre Richtigkeit übernehmen. Bitte beachten Sie außerdem, dass viele Museen nicht täglich und/oder nicht ganztägig geöffnet sind. Bitte nutzen Sie die angegebenen Kontaktmöglichkeiten zur Planung Ihres Besuchs.
URL (Adresse) dieser Seite: http://www.m-server.de/mih/veranstaltungen/voelkerkunde-schaetze-der-anden.php